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Warum du Tourismus studieren solltest (auch während einer globalen Pandemie)

Warum du Tourismus studieren solltest (auch während einer globalen Pandemie)

Viele junge Menschen, die eigentlich ein Tourismusstudium anfangen wollten, fragen sich sicherlich: „Lohnt sich das momentan überhaupt?“ Ich möchte dazu mal meine Erfahrungen mit euch teilen.

Ich bin Marie, 21 Jahre alt und habe im Oktober 2019 mein duales Studium an der IU Berlin (ehemals IUBH)  im Bereich Tourismuswirtschaft angefangen. Dual heißt in meinem Fall: 2 Tage die Woche bin ich in der Uni (naja momentan zu Hause vor dem Laptop) und 3 Tage die Woche arbeite ich beim EasyCityPass & der CityTourCard im Büro.

Studieren und Arbeiten vor der Krise

Mein Studium fing eigentlich super und reibungslos an: der Uni Alltag gefiel mir, ich hatte mich während des Abiturs schon sehr darauf gefreut. Meine Kommilitoninnen waren, beziehungsweise sind alle total nett. Als eine Gruppe von anfangs noch 11 Studentinnen war die Atmosphäre super angenehm und es war interessant zu sehen, was die anderen bei ihren Praxispartnern im Hotel, Reisebüro oder Eventmanagement erlebten.

(Für nicht-deutsche Staatsbürger ist das Abitur ein Zeugnis, das den Zugang zu jedem Studiengang an jeder Hochschule in Deutschland ermöglicht). 

Doch auch der Alltag im Büro lief hervorragend. Ich wurde schnell und herzlich im Team aufgenommen, was mir das Gefühl gab, schon ewig mit dabei zu sein. Ich durfte schon zu Beginn meiner Kollegin Heike viel im Bereich Vertrieb helfen und ihr über die Schulter gucken. In die Partnersuche und Social Media Kommunikation wurde ich von der lieben Steffi eingeweiht.

Es gab immer was zu tun und einen Tag durfte ich Olaf mit nach Hamburg zu einem Termin begleiten. Als Nächstes war dann eigentlich die ITB (Internationale Tourismusbörse) und ein Trip nach Wien im Dezember geplant. Bis schließlich die erste Corona infizierte Person auch in Berlin gemeldet wurde.

Studieren während der Krise

Ich habe gerade mal ein Semester in der Uni verbringen können, bevor der erste Lockdown uns zu Online-Vorlesungen zwang. Anfangs noch überhaupt kein Problem, denn „wie schlimm kann es schon werden?“, ging mir durch den Kopf. „So spart man sich immerhin den Fahrtweg.“ Tja, was soll ich sagen? Ich bin jetzt im vierten Semester und frage mich, ob ich die Uni überhaupt je wieder außer zu den Prüfungen betreten werde… Was ich zur derzeitigen Lage aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich mir mein Studien-Leben anders vorgestellt habe.

Vieles, was ich an Erfahrung über die Jahre sammeln wollte, wie eventuell wichtige Kontakte in der Reisebranche zu knüpfen durch Messen und Veranstaltungen, fällt größtenteils ins Wasser. Nun starre ich fast tagtäglich trostlos auf den Bildschirm meines Laptops, hänge mit dem Kopf über dem 5. Kaffee oder der 4. Red Bull Dose und streite mich mit meinem WLAN-Router über die Internetverbindung, während ich genervt seit 30 Minuten bei Vodafone in der Warteschleife hänge.

Die Herausforderung kam, als die Prüfungen begannen. Während dieser zwei Wochen gibt es keine anderen Vorlesungen und Arbeiten, die ausgegeben werden. In diesen zwei Wochen allein zu Hause zu studieren, könnte sich also sehr einsam und langweilig anfühlen. Während all dieser Zeit wird von uns immer noch soziale Distanz erwartet, denn wir befinden uns mitten in einer globalen Pandemie, erinnern Sie sich? Meine Face-to-Face-Interaktionen beschränken sich auf Smalltalk an der Supermarktkasse und kurze Gespräche am Telefon mit etwas FaceTime.

Ebenso unschön ist es zu sehen, wie die Regierung und Medien sich um die Schülerinnen zu dieser Zeit sorgen, während über die Studierenden nicht ein Wort verloren wird. Immerhin sind wir ja schon erwachsen und somit nicht auf Hilfe angewiesen, richtig? Klar, welcher Student*in ist nicht auf eine weltweite Pandemie vorbereitet.

Arbeiten während der Krise

Auch im Praxisbetrieb hat sich viel verändert. Die Bahnen sind morgens leer, der sonst so gefüllte Zoologische Garten auch und die Büroräume sind einsam und verlassen, da die meisten im Home Office sind. Mein Arbeitsplatz ist mir aber trotz des fehlenden Tourismus zum Glück sicher, doch einigen Kommilitoninnen von mir geht das teilweise anders. Eventfirmen gehen in die Insolvenz und auch die Partner vom EasyCityPass und der CityTourCard kämpfen ums Überleben. Eine Kommilitonin musste ins Fernstudium wechseln, eine andere hat jetzt seit rund einem Jahr überhaupt nicht mehr gearbeitet.

Mein Arbeitsumfang wurde zu erst auch um einiges kleiner, doch den Umständen entsprechend haben wir mittlerweile Wege gefunden, mit denen wir die Zeit gut nutzen können. Langweilig ist mir auf der Arbeit zum Glück also nicht. Schade nur, dass aktuell alle geplanten Reisen und Veranstaltungen kein Teil mehr davon sind.

Fazit: Lohnt es sich zu studieren?

Insgesamt betrachtet bin ich überaus froh, Tourismus zu studieren, denn auch wenn das Studium anders abläuft als erwartet, wird sich irgendwann wieder so gut wie alles normalisieren und dann kann man all das Verpasste nachholen und neu durchstarten. Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit, an vielen digitalen Events kostenlos teilzunehmen und so trotzdem viel in der Branche zu lernen.

Wer sich also unbedingt den Traum erfüllen will im Tourismus zu arbeiten und mit Reisen Geld zu verdienen, sollte sich wegen Corona keineswegs davon abhalten lassen. Die einzige Hürde, die es jetzt zu meistern gilt, ist, im Falle eines dualen Studiums einen Praxispartner in der Branche zu finden. Die gelernten Inhalte des Studiums verlieren auch trotz der Krise nicht ihre Wirkung. Vielleicht muss man es einfach so sehen: Bei der nächsten Pandemie weiß man sich besser zu helfen ; )


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